Schlafstörungen

Schlafstörungen stellen ein häufiges Problem dar, von dem sicherlich jeder im Laufe seines Lebens einmal oder mehrmals betroffen wird. Sehr häufig sind Schlafstörungen die Folge körperlicher Erkrankungen oder neurologisch/psychiatrischer Erkrankungen oder belastender Situationen, können aber auch eine eigenständige Krankheit darstellen. Behandlungsbedürftig ist eine Schlafstörung jedoch nur dann, wenn sie mit Tagesmüdigkeit kombiniert ist und längerfristig immer wieder auftritt. Die Ursachen für eine Schlafstörung müssen bei jedem Patienten individuell untersucht werden, da sie sehr vielgestaltig sein können.

Um die Ursachen individuell zu ermitteln, sind folgende Untersuchungen notwendig:

  • genaue Beschreibung der Schlafstörung, Dauer und Auswirkung der Beschwerden
  • körperliche und neurologische Untersuchung zur Ermittlung organischer Ursachen
  • psychiatrisch-psychologische Untersuchung
  • ambulante Schlafprofilmessung, ggf. Untersuchung im Schlaflabor
  • ggf. EEG

Die Behandlung von Schlafstörungen richtet sich nach deren Ursache. Generell sollten die allgemeinen Schlafbedingungen verbessert werden:

  • optimale Schlafbedingungen: gute Ausstattung der Betten, gut gelüftetes Schlafzimmer, nicht zu hohe Raumtemperatur (maximal 18 °C), möglichst kein Lärm, gute Abdunklung
  • regelmäßige Schlafenszeiten einhalten
  • gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung an der frischen Luft
  • Entspannungstechniken
  • keine schwer verdaulichen Speisen oder anregende (coffeinhaltige) Getränke abends
  • eingeschränkte Flüssigkeitsaufnahme am Abend, um ein nächtliches Aufwachen durch Harndrang zu vermeiden
  • keine schwere Arbeit oder anstrengenden Sport vor dem Zubettgehen, da dies den Kreislauf ankurbelt
  • Entspannung vor dem Schlafengehen
  • maximal 30 Minuten Mittagsschlaf

Weitere Maßnahmen sind:

  1. Chrono- oder Lichttherapie: helles Licht hoher Intensität beeinflusst die innere Uhr des Menschen und kann hilfreich sein, wenn der normale Schlafrhythmus gestört ist. Bei morgendlicher Lichteinwirkung wird die Einschlafzeit vorverlegt, bei abendlicher Lichteinwirkung wird die Schlafphase verzögert.
  2. Bei leichten Schlafstörungen pflanzliche, natürliche Schlafmittel (z.B. Baldrian, Hopfenpräparate, Melisse, Passionsblume, Weißdorn, Johanniskraut)
  3. Entspannungstechniken (autogenes Training)
  4. symptomorientierte kognitive Therapie

Schlafapnoe

Unter Schlafapnoe versteht man mehr als 10 Atempausen pro Stunde von mehr als 10 Sekunden Dauer während des Schlafs. Sie kommt sehr häufig bei Schnarchern vor. In leichten Fällen reicht oft die Umstellung der Lebensgewohnheiten aus:

  1. Gewichtsabnahme
  2. kein Alkohol am Abend
  3. keine Schlafmittel oder Psychopharmaka
  4. Behandlung von Bluthochdruck
  5. Behandlung von Herzmuskelschwäche
  6. Verringerung der Atemstillstände u. U. durch ein Medikament wie Theophyllin. Bei schweren Fällen ist jedoch oft das Tragen einer Atem-Maske notwendig
  7. CPAP-Therapie: Über eine Nasenmaske wird Luft in die oberen Atemwege geblasen und so ein leichter Überdruck erzeugt. Dadurch werden Schnarchen und Atemstillstand beseitigt

Schlafstörungen können als Folge verschiedener Krankheiten auftreten, z. B. bei Depressionen, Parkinson-Krankheit, Demenz, Epilepsie etc.. In diesen Fällen kann eine optimierte Therapie der Grunderkrankung eine Besserung der Schlafstörungen bewirken. Beim Parkinson ist eine abendliche Dopamingabe hilfreich, bei Depressionen (welche sehr oft Ursache allgemeiner Schlafstörungen sind) muss die ursachenentsprechende medikamentöse antidepressive Therapie eingesetzt werden.